Bourke

Bourke

Ursprünglich war Bourke ein Versorgungszentrum für die umliegenden Schaf- und Rinderfarmen, die nicht nur in schlechten Zeiten mit Futter für die Tiere, sondern aufgrund der großen Entfernung zu anderen Siedlungen auch mit vielen anderen Gütern beliefert werden mussten.

Die Hauptverkehrsader der 1860 gegründeten Siedlung war der Darling River, der für die umliegenden Gebiete seinen Namen wirklich verdient hat – denn auch wenn Bourke sich in einer furchtbar heißen Region befindet, ist das Flusstal immerhin fruchtbar genug, um wenigstens Schaf- und Rinderzucht zu ermöglichen. Die Wollen wurde in der Anfangszeit der Kolonie auf Raddampfern nach Süden transportiert.

Bourke liegt noch heute dermaßen abgeschieden, dass es in Australien sprichwörtlich geworden ist: „Back of Bourke“ verwenden die Australier als Bezeichnung für das, was man in Deutschland „hinter dem Mond“ nennen würde.

Der nächste Ort ist Dubbo, rund 370 Kilometer entfernt und damit schon nicht gerade nah; Sydney, die nächstgelegene Großstadt, ist immense 780 Kilometer entfernt.

Immerhin ist Bourke heute an zwei Highways angeschlossen, den Mitchell Highway und den Kidman Way, was das Erreichen der Stadt schon um einiges einfacher macht.

Im Vergleich zu früher hat die moderne Bewässerungstechnologie einige Fortschritte in der landwirtschaftlichen Erschließung des Gebiets gemacht – das Land, was früher nur als Weideland geeignet war, kann heute für Sorghum, Zitrusfrüchte und Viehfutter genutzt werden, was Bourke um einiges unabhängiger macht. Sogar Baumwolle, bei der es sich um eine sehr „wasserhungrige“ Pflanze handelt, wird in der Nähe von Bourke angebaut.

Bourke ist sicherlich kein Ort, den viele Menschen als Urlaubsziel aussuchen – wer würde schon „Back of Bourke“ Urlaub machen wollen?

Dennoch ist ein Besuch durchaus lohnend, wenn man etwas anderes im Sinn hat als typischen Urlaub.

Im Bourke Shire, einem mehr als vier Millionen Hektar großen Gebiet, leben mehr als eine Million der sonst nicht oft zu findenden Red Kangaroos. Zwischen Bourke und Cobar liegt der Gundabooka National Park, der besonders interessant ist durch seine spektakulären Aboriginal-Felsgalerien. Erstaunliche Naturansichten gibt es natürlich auch in diesem Park zu sehen.

Aufgrund dieser Sehenswürdigkeiten ist Bourke wohl eher ein Ziel für Urlauber, die sich in die Natur stürzen wollen, denn für den normalen Touristen.

Bild von Tim J Keegan

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