Dingo (Canis dingo) und Dingozaun

Dingo (Canis dingo) und Dingozaun

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Der Dingo ist ein rötlich-braun gefärbtes und schäferhundgroßes Rudeltier. Er ist nahezu über ganz Australien verbreitet. Man schätzt, dass allein in Queensland rund 300.000 seiner Art leben. Dies gab den Australiern Anlass einen ca. 5.600 km langen, bis zu 2,5 m hohen und 30 cm tief eingegrabenen Dingozaun (Dogfence) zu errichten; dieser verläuft von „Surfers Paradise“ in Qld bis zur „Great Australien Bight“ nahe der Grenze von SA nach WA und trennt den Kontinent somit in Nord- und Südhälfte. Ziel des Zauns soll es sein die Schafherden im Süden des Landes vor Dingoattacken zu schützen; dazu wurden alle Dingos von der Südseite vertrieben. Auf der Nordseite des Zaun befinden sich die Rinderherden, für die der Dingo keine Bedrohung darstellt.

Da der Dingozaun durch Straßen und Wege unterbrochen wird, gibt es zum Einen Tore, auf deren Schließung nach der Durchfahrt peinlichst genau geachtet wird und zum Anderen große im Boden eingelassene Gitter, das sogenannte Grid, welches für den Dingo aber auch andere Tiere ein unüberwindbares Hindernis darstellt.

Schätzungsweise kam der Dingo vor 3.500 – 4.000 Jahren nach Australien, wo er scheinbar eine enge Bindung zu den Ureinwohnern (Aborigines) besaß. Das älteste je gefundene Dingo-Fossil wurde auf ein Alter von 3.450 Jahren datiert. Es gibt mittlerweile immer weniger reinrassige Dingos, da sie sich häufig mit Haushunden paaren. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern wird es in ca. 100 Jahren keinen reinrassigen Dingo mehr geben.

Der Dingo bevorzugt Grasland, offene lichte Wälder und Waldränder, wo er nach Hasen, Reptilien, kleineren Säugern oder im Rudel nach Schafen und Kängurus jagt. Man nimmt an, dass der Dingo verantwortlich für die Ausrottung des Tasmanischen Teufels und des Thylacine auf dem australischen Festland ist. Dingos leben in Rudeln von drei bis 12 Tieren und kommunizieren untereinander durch Heulen, da sie wie die Wölfe nicht bellen können. Die dominanten Tiere im Rudel können am hoch gehaltenen Schwanz erkannt werden. Dingos sind nur einmal im Jahr läufig. Die Paarungszeit ist im Spätherbst. Die Aufzucht der bis zu 10 Jungen erfolgt vom Elternpaar gemeinsam. Das Muttertier versorgt die Jungen mit Nahrung und das Vatertier ist für den Schutz der gesamten Familie verantwortlich.

Es gibt bestimmte Verhaltensweisen, die man gegenüber Dingos einhalten sollte. Dazu zählen
– auf keine Fall füttern,
– nicht anfassen oder streicheln (der Dingo ist ein wildes Tier!),
– nicht rennen, da dies seinen Jagdtrieb wecken könnte und er die Verfolgung aufnimmt,
– ihm nicht den Rücken kehren, sondern sich rückwärts wegbewegen.

Beobachtungsmöglichkeiten:

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten für Dingos bieten sich auf Fraser Island in Qld.

Bild von brian.gratwicke

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