Queensland – Geographisches

Queensland – Geographisches

Landschaftlich gesehen gibt es einige wirkliche Höhepunkte der Natur auf dem Boden des Staates und einige Möglichkeiten, Queensland zu unterteilen.

Eine der größten natürlichen Sehenswürdigkeiten ist das Great Barrier Reef vor der Ostküste, das in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes enthalten ist. Das Reef ist mehr als 2500 Kilometer lang und zwischen 20  und 250 Kilometern breit; es umfasst 900 Inseln, 2500 Einzelriffs und hat eine Gesamtfläche von der Größe der alten Bundesstaaten Deutschlands.

Weiter im Landesinneren liegen die Höhenzüge der Great Dividing Range, des höchsten Gebirgszuges Australiens. Auch wenn die Great Dividing Range im Vergleich zu den den Gebirgszügen anderer Kontinente nicht wirklich gewaltige Höhen erreicht (der höchste Berg ist 2.228 Meter hoch), erscheint die Range im Vergleich zum „flachen“ Australien immens.

Auf dem Gebiet von Queensland verläuft die Great Dividing Range von der Cape York-Halbinsel aus bis nach Brisbane; parallel zur Küste verläuft sie dann in New South Wales weiter.

Die wohl für das Leben in Australiens wichtigste Eigenschaft, die die Range für Queensland und andere Staaten mit sich bringt ist das fruchtbare Tafelland, welches durch ihre Eigenschaft als Wasserscheide auf der küstenabgewandten Seite der Berge liegt. Jenseits der Höhen des Gebirges, dessen höchster Punkt in Queensland der Mt Bartle Frere ist – dieser misst immerhin 1.611 Meter – liegt das fruchtbare Tafelland des Landesinneren, welches sich zu den Weiten des Outback hin verläuft.

Mt Bartle Frere liegt in der Nähe von Tully, einer kleinen Stadt in Nord-Queensland.

Für Touristen interessant ist das Hinterland der Great Dividing Range vor allem wegen vieler atemberaubender Naturansichten, die man dort genießen kann. Urzeitliche Regenwälder, Schluchten und Wasserfälle liefern dort ein Bild von eindrucksvoller Schönheit, und reißende Gebirgsbäche stürzen von zerklüfteten Felsen in die Tiefe.

Das Outback, weit hinter dem Tafelland gelegen, ist in Queensland wie anderswo auch: heiß, flach und menschenleer und von einer Trockenheit, die das Land oft mit Rissen teilt. Nur niedriges, zähes Buschwerk wächst dort, und nur wenige Tiere haben sich gut genug angepasst, um in dieser feindlichen Umgebung einen Lebensraum zu finden.

Zentral in Queensland und im Südwesten des Landes liegt „Channel Country“, ein Gebiet, welches von einem verworrenen System ausgetrockneter Flussläufe durchzogen wird. Gerade in diesem Gebiet sind die Auswirkungen der seltenen, starken Regenfälle verheerend – die sonst völlig trockenen Flüsse treten über die Ufer und überfluten das Land kilometerweit.

Weiter im Westen Queensland gehört das Land zur großen artesischen Senke, ein trockenes Gebiet, in dem die Cattle Stations ihre Existenz den sogenannten „bores“ verdanken, den gebohrten artesischen Brunnen dieser Gegend.

Weit im Norden Queenslands liegt die Cape York-Halbinsel, einer abgelegenen, tropischen Region des Staates, die insbesondere durch die Bestände von tropischem Regenwald hervorsticht. Die nahegelegene Küstenregion am Gulf of Carpentria weist ein ähnliches Klima auf uns liegt auch ähnlich weit von den dichter besiedelten Regionen Australiens entfernt.

Die unberührte, tropische Natur dieser Region ist faszinierend. Neben den bereits erwähnten Regenwäldern findet man in diesem Gebiet auch Feuchtsavannen und urtümliche, sumpfige Mangrovenwälder, in denen man sich in der Zeit um Jahrtausende zurückversetzt fühlt.

Die tiefen, teilweise reißenden Flüsse machten schon den ersten Europäern auf ihren Expeditionen zu schaffen und stellen noch heute ein großes Hindernis für Abenteuerreisende dar, die Cape York besuchen.

Allerdings ist die urtümliche Landschaft dennoch bedroht. Die Nordostküste Queenslands ist der einzige Ort in Australien, in dem tropische Regenwälder gedeihen; die ausgedehnte Nutzung des Landes und der zunehmende Straßenbau hat den Beständen im Laufe der europäisch beeinflussten Geschichte stark zugesetzt. Es dauerte leider lange, bis die Menschen zu der Einsicht kamen, dass die Rodung eines Stücks Regenwald ein ganzes Ökosystem zerstört, welches auch in der vorher bestehenden Form nicht zurückkehren kann – der Boden, welcher durch das komplexe Zusammenspiel der Urwaldvegetation von überragender Fruchtbarkeit war, findet nie zu seiner alten Qualität zurück.

Weniger angeschlagen sind die tropischen Bergwälder, die man in 800 Meter Höhe in der Great Dividing Range findet. Baumfarne und Nadelhölzer sind typisch für diese Höhenlage, während die Vegetation weiter im Landesinneren jenseits der Höhen der Range langsam in niedrigeren Wald übergeht und schließlich in dornigen Büschen ausläuft. Feucht- und Trockensavannen sind schließlich die Landschaft, die man im nördlichen Kernland von Queensland findet, da die Trockenperioden zunehmen, je weiter man sich von der Küste entfernt.

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