Riverina

Riverina

Die Region im Süden von New South Wales, die sich bis den den westlichen Hängen der Great Dividing Range erstreckt, wird im allgemeinen Riverina genannt. Dies liegt wohl daran, dass die beiden Flüsse Murray und Murrumbigee die Landschaft des gesamten Gebietes dominieren. Der Murry River entspringt in den Snowy Mountains und durchfließt beinahe das gesamte Gebiet der Riverina; bei Wentworth, einer der wichtigsten Städte der Region, trifft er auf den Darling River.

Auch wenn große Teile der Riverina von Flüssen durchzogen werden, ist die landschaftliche Vielfalt der Riverina sehr ausgeprägt. Man findet eine große Zahl von höchst fruchtbaren Gegenden (nicht umsonst sind Wein- und Obstbau wichtige Wirtschaftszweige der Riverina), aber auch Gebiete, die schon echtem Outback ähneln – heiß, trocken und flach.

Dennoch findet man in der Riverina über weite Strecken nichts als eintönige Ebenen, die nur von wenigen Bäumen und Gewächsen unterbrochen werden, meist vom zähen Red River Gum, einem widerstandsfähigen Eukalyptus.

Das Klima in der Riverina ist sehr günstig, relativ mild und mit einer großen Zahl von Sonnenstunden, was nicht zuletzt dafür verantwortlich ist, dass sie eines der wichtigsten Weinbaugebiete von New South Wales darstellt. Selbst die Winter sind relativ gemäßigt.

Durch den Wein- und Obstbau gibt es immer eine Vielzahl von Saisonarbeitern, die zu den entsprechenden Zeiten in die Gegend kommen; von Touristen ist die Riverina allerdings kaum überlaufen. Nicht zuletzt diese Ruhe ist sicherlich der Grund dafür, dass viele Australienkenner dennoch dieses Gebiet für ihren Urlaub schätzen.

Doch nicht nur für das Klima und die Fruchtbarkeit des Bodens findet man die beiden dominierenden Flüsse in großen Maße verantwortlich, die besondere Beschaffenheit der Riverina hat auch zu vielerlei anderen Besonderheiten geführt.

Im 19. Jahrhundert zum Beispiel hatten militante Schafscherer, die von den fruchtbaren Felder für die Wollproduktion profitierten, starken politischen Einfluss entwickelt. Diese selbstbewussten Arbeiter waren eine starke Kraft in der Gewerkschaftsbewegung, und nicht umsonst waren bei den Arbeitgebern die Auseinandersetzungen mit diesem Berufsstand in der Riverina gefürchtet. Zu dieser Zeit war die Wollproduktion einer der wichtigsten Wirtschaftszweigen in Australien und dementsprechend politisch heiß umkämpft.

Doch auch andere Arten der Landwirtschaft hingen in der Riverina stark von den Flüssen ab. Daher begann man schon 1912, Einfluss auf diese natürliche Fruchtbarkeitsquelle zu nehmen, und eröffnete den großen Burinjuck Dam, der die Bewässerung der Böden ermöglichte.

Seitdem wurde dieser Damm zweimal vergrößert; 1968 erfolgte eine zusätzliche Erweiterung, der Blowering Dam, mit dessen Hilfe das Netzwerk von künstlichen Wasserwege und Flüssen in der Region auf 4000 Kilometer erweitert wurde. Mit diesem gewaltigen Potential kann ein Gebiet von 600.000 Hektar Land bewässert werden, die sogenannten Murrumbidgee Irrigation Area, die nicht umsonst „food bowl of Australia“ genannt wird. Intensive Landwirtschaft hat zu einer immensen Produktion geführt, die der Gegend trotz teilweise niedriger Abnahmepreise für ihre Waren eine starke Wirtschaft einbrachte.

Im gleichen Jahr, in dem der Burinjuck Dam fertig gestellt wurde, begann auch das erste Weingut im Süden von New South Wales mit der Produktion. Eine importierte Rebe, die die starke Sonneneinstrahlung nutzen und damit einen fruchtigen Wein erzeugen sollte, wurde angepflanzt, doch dauerte es noch eine Weile bis zum Aufstieg des Weinbaus in Australien. Erst die große Zahl von italienischen Einwanderern nach den beiden Weltkriegen bracht auch das nötige Know-How in die Riverina.

Heute hat es die Landwirtschaft (im weiteren Sinne) in der Riverina so weit gebracht, dass zwei Drittel der Wein- und Zitrusfürchteproduktion von New South Wales sowie 95 Prozent der Reisproduktion von ganz Australien aus dieser Gegen stammen.

Äpfel, Pfirsiche und eine Vielzahl anderer Obstsorten erfreuen sich bei den Landwirten ebenfalls großer Beliebtheit.

Nicht nur die Vielzahl von Zitronenbäumen und Weinbergen, sondern auch der starke Einfluss der dort in großer Zahl lebenden italienischen Einwanderer verleiht manchen Gegenden der Riverina ein mediterranes Flair.

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