Victoria – Ostküste

Victoria – Ostküste

Die Ostküste Victorias ist geprägt von Widersprüchen. Einerseits findet man einen flächenmäßig zwar relativ kleinen, aber mächtigen industrialisierten Korridor, der von exzessiver Braunkohlewirtschaft geprägt ist, andererseits aber auch schöne, grüne Hügel, die von Menschen höchstens als Viehweiden benutzt werden.

Landschaftlich gesehen ist dieser Küstenabschnitt in der Südostecke Australiens eng eingegrenzt. An der Küste liegt die Bass Strait, eine recht wichtige Schiffsstraße Südaustraliens, während im Norden die Höhenzüge der Great Dividing Range eine natürliche Grenze bilden.

Hier findet man auch die Berge des Baw Baw-Plateaus, einer Hochebene, die insbesondere durch eine dichte Waldlandschaft charakterisiert ist. Die Natur in Baw Baw ist relativ unberührt und urtümlich, und es ist wohl als typische australisch zu bezeichnen, dass man solch eine Landschaft nur unweit des Latrobe-Tals findet.

In diesem Tal findet man die größten Braunkohlevorkommen Australiens, die in gigantischen Tagebaubetrieben abgetragen und direkt in nahegelegenen Kraftwerken verfeuert werden. Die gewonnene Energie ist das wohl wichtigste Gut der Ostküste. In dieser Region findet man auch eine verhältnismäßig dichte menschliche Besiedlung, bedingt durch die Tatsache, dass die starke Industrialisierung Arbeitsplätze auf engem Raum schafft, ein Umstand, der ländlicheren Gegenden in Australien beinahe durchweg vor zu dichter Besiedlung schützt.

Südlich das Latrobe-Tals liegen die Höhenzüge der Strzelecki-Ranges. Hier findet man nicht besonders hohe, dafür aber recht schroffe Berge, die nach Süd-Gippsland in grünes, hügeliges Weideland auslaufen.

Gippsland ist auch der Standort der letzten, leider recht kleinen Regenwaldreserve dieser Region. Vor Urzeiten war beinahe das gesamte heutige Weideland von diesen üppigen Wäldern bedeckt, doch die exzessiven Rodungen durch den Menschen, der zuerst das Holz nutzen und später Viehwirtschaft betreiben wollte, haben unübersehbare Breschen in diese Wälder geschlagen. Der Naturschutz in dieser Gegend ist leider noch heute recht mangelhaft – nur weiter im Süden, auf Wilson´s Promontory, dem südlichsten Landvorsprung des Kontinents, sind die Wälder schon seit längeren geschützt und daher recht unberührt. Die gesamte Landspitze besteht aus einem einzigen Nationalpark, der in Victoria ob seiner Abgelegenheit und Unberührtheit sehr beliebt ist.

Der Rest von Ost-Gippsland ist ein vergleichsweise einsamer, dicht bewaldeter Landstrich, der einzig noch vom populären Feriengebiet der Gippsland Lakes unterbrochen wird. Dieses Seensystem ist ausgedehnt und wird begrenzt von den Siedlungen Sale und Lakes Entrance; zu den Hauptferienzeiten sind hier immer recht viele Touristen anzutreffen, die die Natur um die Seen genießen wollen.

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